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Qualifikationen für Jedermann 2017 starten

DEIN RENNEN powered by owayo

Im letzten Jahr wurde im Rahmen der Bremer Sixdays erstmals die Möglichkeit getestet, auch Nichtprofis unter normalen Rennbedingungen während der sechs Tage ein paar schnelle Runden fahren zu lassen. In den letzten Jahren sind der Sportliche Leiter der Sixdays, Erik Weispfenning, und Peter Rengel, Leiter der ÖVB-Arena in Bremen, immer wieder gefragt worden, ob neben den vielen Profis in den unterschiedlichen Disziplinen nicht auch einmal Jedermänner auf die Bahn dürften.

„Der Zuspruch auf unseren neuen Wettbewerb bei den Nichtprofis war groß. Für jeden Radsportbegeisterten ist es extrem reizvoll, auf unserer nur 166 Meter langen und sehr steilen Bahn ein paar Runden zu drehen und natürlich auch, weil unser Oval nur sechs Tage im Jahr steht“, erklärt Weispfennig. „Es ist uns im letzten Jahr gelungen, für diesen neuen Jedermann-Wettbewerb eine gute Vorbereitung und auch die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen“, ergänzt Rengel.

Diese Rahmenbedingungen sehen auch im nun zweiten Jahr nach Einführung vor, dass sich für den Wettbewerb DEIN RENNEN sowohl Männer als auch Frauen bewerben können, um sich im Vorfeld der Bremer Sixdays zu qualifizieren. Mit verschiedenen Qualifikationsterminen wird Radsportlerinnen und Radsportlern bundesweit sowohl Gelegenheit zur Vorbereitung gegeben als auch gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, damit den Bahnradsport noch populärer zu machen.
Der erste Termin 2016 findet bereits am Samstag, 6. August, in Oberhausen (bei Rheinhausen) statt, gefolgt von der zweiten Qualifikation am Freitag, 26. August, auf der Bahn in Hamburg. Der dritte Termin wird dann im Rahmen der Sixdays im Januar in Bremen sein.
Als Organisatoren der ersten beiden Qualifikationen wurden von Erik Weispfennig und Sixdays-Organisator Peter Rengel wie bereits im Vorjahr erneut auf das Know-how des Bremer Rennrad-Reiseveranstalters Bernd Rennies gesetzt. Er sorgt für einen reibungslosen Ablauf und wird dabei fachlich vom ehemaligen Bremer Radprofi Hans-Peter Jakst optimal unterstützt. Beide sind bei den Bremer Sixdays keine Unbekannten und werden auch 2017 während der Sixdays die Trainingseinheiten der Jedermänner koordinieren. Die dritte Qualifikation in Oberhausen liegt in den Händen von Erik Weispfennig, der dabei von seinem Bruder Leif unterstützt wird.

Nach den drei Qualifikationen für DEIN RENNEN steht dann fest, wer als Teilnehmer bei den 53. Sixdays Bremen (12. – 17. Januar 2017) auf die Bahn geht. Die Besten aus der Hamburg-Qualifikation werden am Freitag, 13. Januar 2017, in Bremen erstmals auf die schiefe Bahn geschickt, die Teilnehmer/Innen aus Bremen am Samstag, 14. Januar 2017, und die aus Oberhausen am Sonntag, 15. Januar 2017.

Das Finale der jeweils sechs besten Männer und sechs besten Frauen in Bremen startet am Montag, 16. Januar 2017, wobei die Siegerin und der Sieger von 2016 jeweils die beste Zeit vorgeben. Die Qualifizierten haben einzeln jeweils die Möglichkeit, in zwei Runden auf ihre annähernde Maximalgeschwindigkeit zu beschleunigen. Die Zeit der dritten Runde wird dann gemessen.
Präsentiert wird der neue Wettbewerb DEIN RENNEN (Zeitfahren mit fliegendem Start) vom langjährigen Sixdays-Trikot-Hersteller owayo, der sich von der Premiere der neuen Jedermann-Wettbewerbes bei den Sixdays 2016 begeistert zeigte und seine Unterstützung auch für 2017 bereits zugesagt hat.

Die genaue Teilnahmemodalitäten wie Anreise, Gebühren, Startkriterien und den aktuellen Stand der Orte mit Qualifikationsrennen gibt es beim „Dein Rennen – Organisator Bernd Rennies unter www.rennies-sport.reisen.de oder unter www.sixdaysbremen.de.

Das 52. Bremer Sechstagerennen

Christian Grasmann – der Bart ist endlich ab
Einundsechzigmal hatte es Christian Grasmann versucht, bei einem Sechstage-Rennen ganz oben auf das Treppchen zu stehen. Beim 62. Versuch während des  52. Bremer Sechstagerennens, war es dann endlich soweit: Gemeinsam mit dem holländischen Ausnahmefahrer Kenny de Ketele überquerte „Grasi“ nach sechs strapaziösen Renntagen erstmals als Sieger den Zielstrich. „Ich bin noch immer voll Adrenalin, aber mit so einem Superpartner ist es fast schon einfach zu gewinnen“, strahlte Christian. Im Übrigen glattrasiert: Der Bart war ab! Der 34jährige Münchener, der schon so oft knapp am Sieg vorbei gefahren war, hatte ihn verwettet. „Jetzt sehe ich außerdem zehn Jahre jünger aus“, scherzte er mit strahlendem Gesicht.

Nicht nur er konnte mit dem Verlauf dieser Sixdays hochzufrieden sein. Auch Erik Weispfennig, der Sportliche Leiter (noch immer mit Bart), war überaus angetan von den Leistungen der Teams. Wie auch in den vier Jahren zuvor hatte er erneut das richtige Händchen bei der Zusammenstellung der zwölf Fahrerteams. Wer mit wem zusammen fährt – das ist das Geheimnis einer spannenden Veranstaltung. Dass es zum Schluss vier statt der prognostizierten sieben Mannschaften waren, die den Sieg unter sich ausmachten – geschenkt. Spannend war es allemal. Und wenn in der Schlussnacht einige Mannschaften bis zu sieben Runden verloren – ebenfalls geschenkt. Es wurde trotzdem ein dramatisches Finale.

Viel Zuspruch erhielten erneut die Sprinter, bei denen sich das deutsche Team deutlich vom englischen absetzen konnte. Die Einzelwertung ging allerdings an den Briten Matthew Rotherham. Höhepunkt der Sprint-Wettbewerbe war das Rundenrekordfahren am Montag. Nur um 8/1000 Sekunden verpasste Richard Aßmus aus Erfurt mit 8.820 Sekunden eine neue Bestmarke, die nach wie vor bei 8.812 Sekunden für die 166,66 Meter lange Strecke steht. Das sind sagenhafte 68 km/h – fast schneller als die Polizei erlaubt.

Mit den Wettbewerben der U-19-Fahrer, dem U-23-Cup, den Frauen und auch dem Einzelverfolgungs-Wettbewerb der Paracycling-Radsportler war das Programm pick-packe voll. Als Novum kam in diesem Jahr noch der Jedermann-Wettbewerb „DEIN RENNEN“ hinzu, der schon im Vorfeld große Begeisterung auslöste. Mehr als 200 Bewerber gab es, die einmal auf der schwierig zu fahrenden Bremer Bahn – sie steht zudem nur an sechs Tagen im Jahr – ihre Runden drehen konnten. Sechs Frauen und sechs Männer qualifizierten sich. „Wir werden das auf jeden Fall im nächsten Jahr ausbauen“, versprach Peter Rengel, Leiter der ÖVB-Arena (wie Erik Weispfennig ebenfalls noch mit Bart). Täglich eine Qualifikation und das Finale am Schlusstag – so soll das Bremer Sechstagerennen in den nächsten Jahren ein weiteres Highlight setzen. Ohnehin sind die Bremer sehr innovativ, haben neben dem Kidsday am Samstag – hier traten erneut zwei Online-Nachwuchskünstler auf – auch die Schulen aktiviert, dabei zu sein. Franco Marvulli, ehemaliger Sechstage-Profi, war in der gutbesetzten ÖVB-Arena als Motivationscoach unterwegs.

Motivieren musste man die Zuschauer in diesem Jahr ohnehin nicht. Sie strömten wieder in Massen in die vier Hallen. „Wir sind an die 65 000 herangekommen“, freute sich Hans-Peter Schneider, einer der Geschäftsführer der Sixdays. Vor allem am Sonnabend und am Montag gab es in den Hallen kaum ein Durchkommen. Vor allem auf den Tribünen in der ÖVB-Arena herrschte Hochbetrieb. „Viel mehr als in den vergangenen Jahren“, freute sich Peter Rengel, der das als „deutlichen Beweis“  dafür wertete, „dass der Sport bei den Sixdays immer mehr in den Vordergrund rückt“. Natürlich amüsieren sich die Leute auch gerne bei und mit den Top40-Bands  in Halle vier oder in der Disco bei Deka-Dance in Halle drei, aber sie finden immer häufiger den Weg zu den sportlichen Wettbewerben in der ÖVB-Arena.

Und wenn die dann so spannend wie in diesem Jahr ablaufen, ist der Weg für weitere erfolgreiche Sixdays in Bremen vorgezeichnet. Freuen wir uns also auf die 53. Sixdays Bremen vom 12. bis 17. Januar 2017. (Klaus-Peter Berg)

Grasmann / de Ketele gewinnen 52. BREMER SIXDAYS

Erster Sieg im 62. Rennen für Grasmann / Titelverteidiger Dritte
Christian Grasmann und Kenny de Ketele vom ÖVB-Team haben die 52. Bremer Sixdays gewonnen. Mit Rundenvorsprung setzte sich das deutsch-holländische Team vor Jesper Mørkøv/Morgan Kneisky (Schulenburg) und dem Titelverteidiger Alex Rasmussen/Marcel Kalz (SWB) durch. In einem dramatischen Finale, vor dem gleich vier Mannschaften rundengleich waren und das Team Sebastian Mora/Yoeri Havik (X-Tip/Die Spielemacher) mit einer Runde Rückstand ebenfalls noch eine  Chance witterte, setzte sich die große Klasse des immer wieder attackierenden Kenny de Ketele und die Routine des 34jährigen Grasmann schließlich entscheidend durch.

„Ich bin so stolz und froh, dass wir das hier geschafft haben. Ich hatte so viel Adrenalin im Blut und Kenny ist ein Ausnahmefahrer, ein echter Siegertyp“, jubelte Christian Grasmann gleich nach dem Sieg ins Mikrophon unter dem Jubel der Zuschauer in der vollbesetzten ÖVB-Arena.

Die Vorentscheidung fiel 15 Minuten vor dem Ende, als Grasmann/de Ketele zunächst einen Rundengewinn schafften und allein in Führung gingen. Doch Jesper  Mørkøv/Morgan Kneisky konterten, schafften den Gleichstand und gingen mit dem besten Punktekonto wieder in Front. Doch nur eine Minute später folgte de Keteles nächster Vorstoß. Es dauerte lange, bis er das Ende des Feldes erreicht hatte und die erneute Führung hergestellt war. Dann begannen die letzten 50 Runden – 3330 Meter waren zu absolvieren. Dem Zweikampf der beiden besten Teams im Feld hatte niemand mehr etwas entgegen zu setzen. Auch die Titelverteidiger nicht, denen im Vorjahr noch mit einer Doublette ein Husarenstück gelungen war.

20 Runden vor dem Schluss erneut eine Attacke von de Ketele und Grasmann, die dem Feld enteilten, fast einen weiteren Rundengewinn herausfuhren, dann aber nichts mehr anbrennen ließen. Christian Grasmann fuhr schließlich mit erhobenen Armen als Erster für den Zielstrich.

Alle, sowohl die Teamkollegen als auch die Zuschauer, hatten es Christian Grasmann gewünscht, dass der 34jährige vom ÖVB-Team endlich bei seinem 62. Sechstage-Start bei den 52. Bremer Sixdays seinen ersten Sieg einfährt. „Aber der Sport ist kein Wunschkonzert“, meinte der Sportliche Leiter Erik Weispfennig vor dem großen Finale, für den das Rennen völlig offen war. Aber auch von den Fahrern gab es keine Geschenke für den sympathischen Münchener, der schon so oft nur knapp gescheitert war. Dass er diesmal zum aller ersten Mal ganz oben auf dem Treppchen stehen durfte war seinem großen Willen, seiner ausgezeichneten Form während aller Sixdays-Tage und auch dem derzeit wohl besten Sechstagefahrer Kenny de Ketele zu verdanken. „Wir können stolz sein, ihn diesmal dabei gehabt zu haben. Was beide geleistet haben bei dieser immer wieder aggressiv fahrenden Konkurrenz ist außergewöhnlich“, kommentierte Erik Weispfennig.

 

Endstand der 52. Bremer Sixdays, Dienstag, 19. Januar 2016 –  23.30 Uhr

 1. Christian Grasmann / Kenny de Ketele ÖVB 0 259
2. Jesper Mørkøv  / Morgan Kneisky Schulenburg 1 322
3 Alex Rasmussen / Marcel Kalz SWB 2 345
4. Sebastian Mora / Yoeri Havik X-Tip/Die Spielemacher 2 300
5. Wim Stroetinga / Andreas Müller Hermes Systeme 17 129
6. Nico Heßlich / David Muntaner Atlantic Hotels 27 248
7. Achim Burkart / Melvin van Zijl Radio Bremen Eins 30 138
8. Sebastian Wotschke / Jan Freuler mein-dienstrad.de 33 163
9. Hans Pirius / Andreas Graf Bike it 35 94
10. Moreno de Pauw / Lucas Liß Sonne am Haus 43 64
11. Martin Blaha / Jan Kraus Holiday on Ice 44 164
12. Marcel Barth / Alois Kankovsky elements pure Hotel 60 52

 

 

Deutsches Team gewinnt Sprint-Cup

Engländer Matthew Rotherham in der Einzelwertung vorn

Mit einem spektakulären Stehversuch der drei besten Sprinter endete der Ländervergleich zwischen Deutschland und England bei den 52. Bremer Sixdays. Dann endlich, nach 5:05 Minuten, hielt es der bis dahin beste deutsche Fahrer,  Richard Aßmus, nicht mehr aus. Er startete ein rasantes Rennen, hatte am Ende aber das Nachsehen. Um Reifenbreite lag am Ende Jan May vorn, Matthew Rotherham wurde Dritter.

Das allerdings war für den Engländer nicht tragisch, denn er hatte schon zuvor die Einzelwertung für sich entscheiden können. Durch seinen finalen Sieg schob sich Jan May noch vor Richard Aßmus. In der Nationenwertung allerdings hatte das deutsche Team nach sechs aufreibenden Tagen, gespickt mit zahlreichen Individual-Wettbewerben, die Nase deutlich vorn. Ob Rundenrekordfahren, Keirin, Derny, Sprint oder Punktefahren – stets stand die Halle Kopf, angefeuert vom bestens präparierten Sprecherteam Matthias Arians und Edgar Mielke.

Besonders spektakulär  war am Vortag der knapp verfehlte Rundenrekord. Am Finaltag kam keiner der Fahrer mehr an diesen Wert von 8.812 Sekunden heran, aufgestellt vom Holländer Jeffrey Hoogland vor zwei Jahren.

 

Das Endergebnis im Sprinter-Cup:

1.    Matthew Rotherham – England    55

2.    Jan May – Landau                       61

3.    Richard Aßmus – Erfurth             62

4.    Joseph Trumann – England         79

5.    Marc Jurczyk – Böblingen            89

6.    Jonathan Mitchel –England         119

Mannschaftswertung im Sprinter-Cup

1.    Deutschland                                     212

2.    England                                           254

Ein ganz besonderes Rennen

Paracycling-Rennen für Aktive und Zuschauer ein echtes Erlebnis

 

„Das ist eine tolle Halle. Das war eine unglaubliche Erfahrung. Ihr seid ein großartiges Publikum“ – Yvonne Marzinke und Denise Schindler waren noch völlig außer Atem, als sie nach ihrem 10-Runden-Auftritt im Verfolgungsrennen der Paracycling-Sportler bei den 52. Bremer Sixdays von Sprecher Marcus Rudolph zum Mikrophon gebeten wurden. Freudestrahlend nahmen sie ihre Blumensträuße in Empfang und gingen stolz auf die verdiente Ehrenrunde.

Auch Matthias Schindler und Pierre Senksa mussten nach ihren 15 Runden erst einmal tief durchatmen. „Das war nicht leicht. Ich musste mich erst mal auf die ungewohnt schwierige Bahn einstellen und kam nur schwer in Schwung“, meinte der spätere Sieger Schindler, der zuletzt mit Bestzeiten über 1000 und 3000 Meter bei einer Sichtung in Frankfurt/Oder die WM-Qualifikation geschafft hat. Pierre Senska hingegen legte los wie die Feuerwehr, schien nach zwei Runden seinen auf der Gegenseite gestarteten Kontrahenten einholen zu können, brach dann aber völlig ein. „Ich bin das Rennen viel zu schnell angegangen. Das hat sich gerächt. Am Ende fehlten mir die letzten Körnchen“, meinte er – trotzdem nicht enttäuscht.

Paracycling, seit zwei Jahren fest im Programm des Bremer Sechstage-Geschehens verankert, hat seine Bewährung bestanden. Für die Sportler mit Behinderungen – im vergangenen Jahr wagten sich sehbehinderte Sportler im Tandem mit gestandenen Radprofis auf die Bahn – kommt es nicht häufig vor, sich einem so großen Publikum zu präsentieren.

Alle vier Sportler kamen übrigens direkt aus Frankfurt/Oder nach Bremen, wo sie ein weiteres Sichtungsfahren für WM- und Olympiaqualifikationen bestritten. Die beiden Damen sollen auf jeden Fall bei den Paralympics in Rio 2016 starten. Auch Pierre Senska, den sie intern nur „Robert Förstemann“ nennen (der Radprofi war Sprinter und hatte einen ganz besonderen Fahrstil, den Senska wohl nachempfindet) zeigte hervorragende Leistungen in Frankfurt. Allerdings ist noch offen, ob die Herren den Sprung in das nur zehnköpfige Olympiateam für Rio schaffen. Bei der nächsten WM sind beide allerdings auf jeden Fall dabei.

Das Ergebnis:

Frauen-Verfolgung über 10 Runden:

1. Denise Schindler (München)              2:24,800 Min – 41.445 km/h

2. Yvonne Marzinke (München)            2:40,800 Min – 37.321 km/h

Männer-Verfolgung über 15 Runden:

1.    Matthias Schindler (München)    3:43,120 Min. – 40.337 km/h

2.    Pierre Senska (Berlin)                   3:45.480 Min. – 39.915 km/h

Führungswechsel vor dem großen Finale

Im Vorjahr hat der Sportliche Leiter Erik Weißpfennig die Neuerung eingeführt, vor der großen Schlussjagd am letzten Tag der Bremer Sixdays noch eine Kleine Jagd anzusetzen. Dadurch sollte noch mehr Spannung vor dem Finale kurz vor Mitternacht entstehen. Damit lag er richtig, denn die Teams nutzen auch bei der 52. Auflage der Bremer Sechstage ihre Chance, sich noch einmal zu positionieren. Allen voran die Titelverteidiger Alex Rasmussen/Marcel Kalz (SWB). Mit einer Bonusrunde schlossen sie nicht nur zum bis dahin führenden ÖVB-Team Christian Grasmann/Kenny de Ketele auf, sondern übernahmen sogar die Führung.

Doch auch die beiden folgenden Teams – Jesper Mørkøv/Morgan Kneisky (Schulenburg) und  Sebastian Mora/Yoeri Havik (X-Tip/Die Spielemacher) – sind in Lauerstellung nicht chancenlos. Mørkøv/Kneisky stehen vor eine Bonusrunde und . Sebastian Mora/Yoeri Havik hatten Pech. Etwas zu spät setzten sie zu einem Rundengewinn an, schafften auch eine halbe Bahn Vorsprung, als das Feld,  angeführt von Grasmann/de Ketele, aufwachte und den Ausreißversuch stoppte. Yoeri Havik schaffte zwar den Sprintsieg in dieser Kleinen Jagd und verbuchte 20 Punkte, doch der so wichtige Rundengewinn blieb dem Team versagt.

 

Stand nach der Kleinen Jagd, Dienstag, 20.15 Uhr

1. Alex Rasmussen / Marcel Kalz SWB 0 311
2. Christian Grasmann / Kenny de Ketele ÖVB 0 237
3 Jesper Mørkøv  / Morgan Kneisky Schulenburg 1 294
4. Sebastian Mora / Yoeri Havik X-Tip/Die Spielemacher 1 250
5. Wim Stroetinga / Andreas Müller Hermes Systeme 11 123
6. Nico Heßlich / David Muntaner Atlantic Hotels 20 234
7. Achim Burkart / Melvin van Zijl Radio Bremen Eins 23 118
8. Sebastian Wotschke / Jan Freuler mein-dienstrad.de 25 147
9. Hans Pirius / Andreas Graf Bike it 27 94
10. Moreno de Pauw / Lucas Liß Sonne am Haus 32 134
11. Martin Blaha / Jan Kraus Holiday on Ice 34 60
12. Marcel Barth / Alois Kankovsky elements pure Hotel 50 46

Rundenrekord hauchdünn verpasst

Richard Aßmus fuhr 8/1000 Sekunden zu langsam
Wieviel Millimeter sind 8/1000 Sekunden im Runden-Rekordfahren? Eine Reifenbreite, oder nur eine Profiltiefe? Die jedenfalls fehlte dem 21jährigen Erfurther Richard Aßmus beim Rundenrekordfahren im deutsch-englischen Sprinter-Vergleich bei den 52.Bremer Sixdays. Der vom Holländischen Europameister Jeffey Hoogland vor zwei Jahren aufgestellte Rekord von 8.812 Sekunden wackelte jedenfalls bedenklich, als Aßmus über die Ziellinie schoss. Mit 68,163 km/h wurde er gemessen – schneller als die Polizei erlaubt.

„Das war sensationell“, staunte auch der Sportliche Leiter Erik Weispfennig über diese Leistungsexplosion. Dabei hatte er Aßmus gar nicht auf der Rechnung, denn noch am Mittag hatte der in der Gesamt-Einzelwertungsführung nach wie vor führende Matthew Rotherham an seinem Rad für diesen Rundenrekord getüftelt. Er legte einen anderen Zahnkranz auf, um noch schneller fahren zu können. Doch es reichte nicht. Zwar fuhr auch er in 8.914 Sekunden eine grandiose Zeit, doch für Platz eins reichte das nicht.

Dennoch, Platz eins in der Gesamtwertung ist dem Briten fast schon sicher, denn mit 47 Punkten führt er deutlich vor Richard Aßmus (53) und Jan May (ebenfalls 53).

Die Gesamt-Einzelwertung nach dem 5. Tag

1.    Matthew Rotherham                      47 Punkte

2.    Richard Aßmus                              53 Punkte

3.    Jan May                                           53 Punkte

4.    Joseph Truman                              67 Punkte

5.    Marc Jurczyk                                   74 Punkte

6.    Mitchel Jonathan                         108 Punkte